Blick auf die Arbeit…

Zuerst ein kleiner Blick auf den Schreibtisch:

Ein Debugger für die Ladegeräte gehört zu den neusten Errungenschaften die der 3D-Drucker für mich ausdrucken durfte.

Aber warum ein Debugger für die Ladegeräte?

Die Ladegeräte besitzen auch einen ganz kleinen Mikroprozessor um die Schwingung für das Ladefeld zu erzeugen und die LEDs anzusteuern. Nebenbei verfügen sie über eine Schnittstelle mit der ich sehen kann wie gut oder schlecht ein blueReader gerade am laden ist.

Im Hintergrund sieht man die ersten Stapel blueReader die derzeit getestet und untersucht werden, ob es noch weitere Kinderkrankheiten gibt.

Mittlerweile hat selbst der Zusammenbau der blueReader Revisionsnummern bekommen und wir sind bereits bei Version 31 der Anleitung um aus einer Fertig bestückten Platine einen vergossenen blueReader zu erhalten.

Die letzten wichtigen Änderungen waren:

  • Der Vorverguss der Batterien um Luftbläschen an der Seite zu vermeiden die aus der Schutzelektronik kommen können.
  • Das Tränken der Platine in kalten (somit nicht verhärtenden) Silikon vor dem eigentlichen Verguss um die Luft unter den Bauteilen und vor allem unter dem Schild des Bluetooth-Moduls heraus zu bekommen.
  • Das Verkleben und Laminieren der Antenne um diese unempfindlicher gegen Knicken zu machen.
  • Der Einsatz eines Silikonklebers um die Antenne mit der Batterie, die Batterie mit dem Board und die Ladeantenne mit dem Board zu verbinden.
  • Das Hinzufügen eines weiteren Kleckses Silikonkleber auf der gegenüberliegen Seite der Ladeantenne um ein einseitiges Absinken des Boards zu verhindern.
  • Der Austausch der Ladeantenne gegen eine deutlich größere ohne den blueReader dabei zu vergrößern.
  • Die Vorbeschichtung der Magneten mit einem Haftgrund für das Silikon damit die Silikonschicht sich nicht von dem Magneten ablöst.
  • Das Lochen der Antenne um eine bessere Verbindung der Silikonschichten zu erreichen.
  • Geringfügige Veränderungen an der Bestückung die zu einem geringeren Stromverbrauch führt und einfacher zu Bestücken ist.

Diese Liste kann man noch mindestens doppelt so lang machen, um die entwickelten Werkzeuge, Formen und Komponenten erweitern oder um eine Liste der Hinzugekommenen Testprozeduren. Die komplette Liste, die Bauanleitungen, die Formen und Werkzeuge werden aber eh noch alle Veröffentlicht! Also noch ein wenig Geduld für die die es interessiert.

Derzeit gibt es tägliche Gespräche zwischen meinem Ingenieur und mir um keine Details mehr zu übersehen. Aber die bisherigen Tests sind sehr vielversprechend und bis auf weiteres setzen wir die Produktion und Tests fort. Derzeit liegt unsere Kapazität bei etwa 5-10 Geräten pro Tag. Das hängt leider immer sehr von der Blasenmenge im Silikon ab, wie lange und häufig dieses vakuumiert werden muss damit keine Blasen in den blueReader kommen.

Die Spannung ist also raus, nun wird produziert und verifiziert!

 

Statusupdate

Was ist los bei uns?

Wo bleiben die Geräte?

Wir wurden aufgehalten. Die ersten Geräte kamen aus der Produktion und wurden von mir auf Herz und Nieren getestet…

Das Ergebnis: viele defekte blueReader :/

  • blueReader können gefroren werden, aber nicht zu tief , da sonst der Akku bleibenden Schaden erleidet.
  • blueReader können gebacken werden, aber auch da wieder nicht zu heiß.
  • blueReader können geknickt werden, aber das zerstörte sie.

Was zerstören durch knicken? Was passiert da???

Leider brechen die Bahnen der Antenne, sobald die blueReader zu sehr geknickt werden.

Die letzten Tage haben wir deswegen intensiv geforscht. getestet und gebastelt. Das Ergebnis ist eine verpackte Antenne und ein leicht geändertes Design:
Daneben konnten wir auch das Ladesystem noch entscheidend verbessern und für mehr Energie in kürzerer Zeit sorgen.
Das neue Antennen-Design besteht jetzt aus einem Laminat von zwei Plastikfolien und einer versteifenden Schicht Plastik um die Antenne. Zusätzlich ist das Design der Silikonumandlung leicht verändert um weniger Druck auf die Antenne auszuüben.

Was aber war das mit dem frieren und backen? Um zu schauen was die blueReader aushalten habe ich mehrere in den Kühlschrank und ins Eisfach getan, zwei ins kochende Wasser und mehrere in den Backofen bei unterschiedlichen Temperaturen.

Das Ergebnis:

  • Bei etwa 60° Celsius fängt der Akku an zu überhitzen und bläht sich auf.
  • Ab ca 70° Celsius ist dies nicht mehr umkehrbar und der Akku verliert seine Leistung.
  • Unter 10° Celsius entlädt sich der Akku sehr schnell (Energie wird zu Wärme).
  • Unter 0° Celsius fängt es an zu frieren und der Akku verliert noch schneller Energie.
  • Unter etwa -10° Celsius stirbt der Akku und lässt sich danach nicht mehr laden.

Unter keinem Umstand habe ich es bisher geschafft den Akku so zu zerstören, dass dieser in Flamen aufging oder undicht wurde 🙂

Wie geht es jetzt weiter?

Derzeit werden gerade die neuen Formen gebaut und die bisher vergossenen blueReader wieder mit neuen Akkus und verbesserten Antennen ausgerüstet. Hoffentlich können wir diese bereits in den nächsten Tagen testen 🙂